2016-11-13T09:58:18+00:00

Kinderwunschbehandlungsmöglichkeiten

Hormonbehandlung bei einer Eierstockschwäche

Bei der primären Eierstockschwäche (Ovarialinsuffizienz) schüttet der Eierstock weniger Östrogen aus. In der Folge produziert der Körper vermehrt das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH), um die Eierstöcke zu stimulieren. Bei einer Eierstockschwäche ist die Reifung der Eibläschen gestört, sodass kein Eisprung mehr stattfindet und die Menstruation ausbleibt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und bleiben häufig unklar.

Lassen sich in den Eierstöcken mittels einer Gewebeprobe noch genügend entwicklungsfähige Vorstufen von Eizellen finden, können Hormonpräparate die Eierstockfunktion möglicherweise wieder herstellen.

Hormonelle Stimulation

Frauen mit Zyklusproblemen erhalten häufig niedrig dosierte Hormonpräparate, die das Reifen der Eizellen anregen sollen. Ergibt die Ultraschallkontrolle, dass die Eibläschen eine bestimmte Größe und Reife erreicht haben, kann mit einem weiteren Hormon der Eisprung ausgelöst werden. Sodann wird dem Paar empfohlen, zu welchem Zeitpunkt es Geschlechtsverkehr haben sollte.

Stellt die Ärztin oder der Arzt bei der Ultraschall-Untersuchung fest, dass aufgrund der Hormonstimulation zu viele Eizellen herangereift sind, rät sie oder er von einem ungeschützten Geschlechtsverkehr dringend ab. Eine komplikationsreiche Mehrlingsschwangerschaft mit Drillingen, Vierlingen oder gar Fünflingen könnte die Folge sein.

Eine niedrig dosierte hormonelle Stimulation geht oft einer Samenübertragung in die Gebärmutter (Intrauterine Insemination) voraus, um die Chancen auf eine Befruchtung der Eizelle zu erhöhen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn bei den Voruntersuchungen bei der Frau Veränderungen am Gebärmutterhals festgestellt wurden oder beim Mann die Zahl, Beweglichkeit oder Form der Spermien nicht optimal, aber noch recht gut sind. Für schwere Formen einer gestörten Samenzellproduktion eignet sich das Verfahren nicht.

Hormonelle Stimulation bei IVF oder ICSI

Die hormonelle Stimulation der Eierstöcke ist fester Bestandteil verschiedener Verfahren der künstlichen Befruchtung – selbst wenn die Fruchtbarkeit nicht bei der Frau, sondern beim Partner beeinträchtigt ist. Die hormonelle Stimulation soll dafür sorgen, dass mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen, um sie im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) befruchten zu können.
Es kommen verschiedene hormonelle Stimulationsverfahren infrage: mit Tabletten oder Spritzen, die jedoch meist kombiniert werden. Oft nimmt die Frau vor der eigentlichen Stimulation der Eierstöcke eine Zeitlang die Pille, um den Zeitpunkt des nachfolgenden Stimulationszyklus besser kontrollieren zu können.

Die Stimulationsbehandlung beginnt in den ersten drei Tagen der nächsten Regelblutung damit, dass täglich hoch dosierte Hormonpräparate genommen werden. In den darauf folgenden fünf Tagen kontrolliert die Ärztin oder der Arzt die Reifung der Eizellen per Ultraschall und bestimmt die Hormonwerte mit Bluttests. Ziel der Stimulation ist, dass die Eierstöcke mehrere Eibläschen gleichzeitig bilden.

Haben die Eibläschen die bestmögliche Größe erreicht, wird mit einer Hormongabe den Eisprung ausgelöst. Etwa 36 Stunden später erfolgt in örtlicher Betäubung oder einer Kurznarkose die Eizell-Entnahme. Dazu wird unter Ultraschallkontrolle ein feines Punktionsgerät in die Scheide der Frau eingeführt und die Eizellen aus dem Eierstock entnommen. Die Eizellen können dann außerhalb des Körpers befruchtet werden.